Kuba: Karibisches Insel-Hopping vor der Südküste Kubas – Grüße von Robinson

Geschrieben von Beate Z.


Der Wind zerzaust meine Haare, als die „Jamaica“ die kleine Marina in Cienfuegos, Kuba, verlässt. Wir segeln, endlich! Und ich bin in diesem Moment der glücklichste Mensch der Welt. Hurricane Matthew hatte das planmäßige Auslaufen des Katamarans, auf dem wir zwei Kabinen gechartet haben, verhindert. Der Skipper sprach von „Safety first“ und dass er schließlich die Verantwortung für uns trage.

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Dennoch: Der Bootseigentümer Dream Yacht Charter hat alles unternommen, um uns Passagieren – wir sind acht – die Wartezeit kurzweilig zu gestalten. Jeden Tag erwartete uns am Tor der Marina ein Taxi, das uns hinbrachte, wo immer wir hin wollten. So entdeckten wir das zauberhafte Trinidad, den tropischen Regenwald um den Wasserfall El Nicho, badeten im türkisfarbenen Pool des Wasserfalls und genossen – ausgestattet mit kühlen Getränken – karibisches Strandleben.

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Meine Befürchtung, aus dem gebuchten und herbeigesehnten Segeltörn würde ein Landurlaub, zerstreut Dennis Kuhlbars-Zachow von Apollon-Tours. Er ruft an, als ich mich gerade über die Frühstückseier hermachen will, die der Bordkoch zubereitet hat.  Er werde sich um eine Alternative kümmern, verspricht er.

Doch unsere Geduld wird belohnt. Wir stechen in See, als „Matthew“ den Süden Kubas nicht mehr bedroht. Ziel: eine einsame Insel in der Karibik. Nach einem entspannten Tag auf See ankert der Skipper vor besagter Insel – Cayo Blanco. Sand, Palmen, Kokosnüsse, und Muscheln in einer Größe, die ich noch nie gesehen habe – in Null-komma-nichts haben wir Flossen an den Füßen, Taucherbrillen vor den Augen und Schnorchel im Mund.

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Die Unterwasserwelt erinnert an ein tropisches Aquarium: Um uns herum schwimmen Doktorfische, Rochen und andere exotisch-bunte Meeresbewohner. Das Seegras, das auf den Korallen wäschst, bewegt sich leicht und ich entdecke einen Seeigel mit utopischen Ausmaßen – ein Unterwassermärchen! Und das schönste: wir sind mittendrin.

Nach dem Schnorchel-Ausflug erkunden wir Cayo Blanco und stellen fest, dass das Eiland insbesondere bei Landeinsiedlerkrebsen sehr beliebt ist. In Scharen tummeln sie sich in Ufernähe.  Den Spuren im Sand nach zu urteilen leben hier auch größere Echsen, aber sie haben sich gut im Mangrovendickicht versteckt.
Daneben wohnt zumindest ein Mensch auf Cayo Blanco, noch dazu einer, der kochen kann. Er hat zum Abendessen Paella vorbereitet und so lassen wir den Nachmittag auf seiner Terrasse ausklingen. Das Farbenspiel des Sonnenuntergangs ist berauschend. Das Dingi gleitet in der Dämmerung durch rosafarbenes Wasser, als wir zurückkehren zu unserem Boot. Einen weiteren Abend vergnügen wir uns an Bord mit Uno und Mojito, bevor sich jeder zur Ruhe begibt – am liebsten unter dem weiten Himmel der Karibik.

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Am nächsten Morgen gehen schon vor dem Frühstück einige Mitreisende elegant über Bord – das Wasser ist einfach zu verlockend. Später, nachdem alle das türkisfarbene Nass ausgekostet haben, holt Robinson – Smutje, Steward und Matrose in einer Person – Badeleiter und Anker hoch. Wir brechen auf zu neuen Ufern – wie sich später herausstellt einer noch kleineren Insel, die ich auf keiner Landkarte finde.

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„Hier leben Leguane“, bereitet uns der Skipper vor, bevor das Dingi auf dem feinen Sand aufsetzt. Diese Burschen braucht man nicht zu suchen. Forsch kommen sie aus dem Dickicht, um zu sehen, wer die paradiesische Ruhe stört. Die Echsen mit dem urzeitlichen Aussehen posieren bereitwillig vor den Kameras und schrecken auch nicht davor zurück, mir hinterherzulaufen, als mein Interesse nachlässt. Neben den Leguanen entdecken wir noch kleinere Echsen am Sandstrand und natürlich die Unterwasserwelt.

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Die Crew holt uns wieder ab, als Robinson das Mittagessen fertig hat. Wir baden noch einmal ausführlich, bevor der Anker gelichtet wird. Es geht in Richtung Cienfuegos und der Wind steht gut. Unter Segeln rauschen wir über das blaue Wasser. Ich belege einen Aussichtsplatz am Bug, genieße die warme Sonne, den Wind und die Gischt, die ab und zu für Abkühlung sorgt.

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Als sich die samtschwarze Nacht über unseren Katamaran senkt, ist die Bucht von Cienfuegos noch nicht in Sicht. Wir fahren weiter durch die Dunkelheit, die ab und zu von Wetterleuchten erhellt wird. Wie schon an den Tagen zuvor sind wir auch in der Nacht alleine unterwegs.  Abgesehen von ein paar Fischerbooten sind uns während des gesamten Törns zwei Yachten begegnet. Davon brachte ein Katamaran einen Bautrupp zur Leguan-Insel, um einen Steg auszubessern.

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Zurück in Cienfuegos ist unser Urlaub noch nicht zu Ende. Die Leute von Apollon-Tours haben für uns noch eine Woche Havanna gebucht – in einer netten Casa Particulare, die  zentral in einer gepflegten Gasse Alt-Havannas liegt. Als wir im Flugzeug nach München sitzen, sind wir uns einig: Die Karibik sieht uns wieder. Unvergleichlich blau und warm das Wasser, unbeschreiblich die tropische Flora und Fauna, unvergesslich die karibische Lebensart.

Und wieder einmal resümiere ich, dass Kabinencharter – zumindest für mich – die optimale Art des Reisens ist. Sorglos lassen sich unbekannte Gewässer und Gegenden erkunden – in einer kleinen Gruppe und unter fachkundiger Leitung. Dabei bleiben genügend Freiräume für das individuelle Erlebnis und Erkundungen auf eigene Faust. So stelle ich mir einen Traumurlaub vor.